Signaturen und ihre Bedeutung

Signaturen beruhen immer auf einer Systematik. Die in der ZHB verwendete Systematik ist die Regensburger Verbundklassifikation (RVK).

Kurze Signaturenkunde : Minus plus Klammer = Was?

In der letzten Zeile vieler Signaturen finden sich Minuszeichen, Pluszeichen oder auch Klammern. Häufig werden diese fehlinterpretiert, daher eine kurze Erklärung.

-3 = Dritter Band

+3 = Drittes Exemplar

(3) = Dritte Auflage

Ausführliche Signaturenkunde

Durch die Nutzung einer Systematik werden die Titel zu einem Fachbereich in eine Signaturengruppe eingestellt und werden innerhalb dieser Signaturengruppen fein in die einzelnen Themenbereiche sortiert.

Jeder Titel erhält die ersten zwei Zeilen seiner Signatur nach dem Thema seines Inhalts.
Die dritte und weitere Zeilen hängen nicht direkt mit der RVK zusammen und können sehr unterschiedlich aussehen. Die dritte Zeile ist zumeist eine codierte Autoren- bzw. verantwortliche Personen- oder Titelangabe.
Meistens besteht diese dritte Zeile daher aus einer Buchstaben- und Zahlenkombination.

Signaturen sind immer Individualsignaturen, d. h. sie beziehen sich immer auf ein bestimmtes Exemplar. Sind mehrere Exemplare oder Auflagen eines Titels vorhanden, werden die Signaturen entsprechend ergänzt. Das trifft ebenso bei Werken zu, die aus mehreren Bänden bestehen.

Beispiel für die Entstehung einer Signatur

Nimmt man an, ein Autor namens Timothy Thompson hätte über die Goethezeit geschrieben und dieser Titel wäre allgemein gehalten, würde die Signatur wie folgt entstehen:

"GA bis GT" bezeichnet in der RVK die "Germanistik", innerhalb dieser Signaturengruppe steht "GE 3003 bis GT 1500" für "Deutsche Literatur" und hierin wiederum "GK 1001 bis GK 1380" für "Goethezeit" und schließlich "GK 1001" für "Allgemeine Darstellungen der Goethezeit".

Ein Autor mit dem Namen "Thompson, Timothy" würde durch "T477"angegeben. Dieser alpha-numerische Code ergibt sich aus einer vorgegebenen Tabelle (Cutter-Sanborn). Es kann auch sein, dass statt eines Autors, der Titel zur Erstellung des Codes heran gezogen wird, beispielsweise wenn kein Autor oder andere verantwortliche Person (Herausgeber usw.) angegeben sind.

Die Signatur würde also wie folgt aussehen

  GK
 1001
 T477

Ein zweites Exemplar erhält ein +2, eine zweite Auflage ein (2) und ein zweiter Band ein -2.

Würde also das Beispiel in einer zweiten Auflage erscheinen, dabei in zwei Bände aufgeteilt und die ZHB würde vom zweiten Band zwei Exemplare kaufen, würden die Signaturen wie folgt aussehen.

  GK
 1001
T477(2)
   -2

   GK
  1001
T477(2)
  -2+2